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Gut ist eine große Runde mit allen fünf Kindern

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Der Familienmensch. Kaffee und Stress haben Werner Raddatz den Magen verdorben. Jetzt braucht er es gemütlich.

Das Frühstück eines Bäckermeisters beschränkt sich in aller Regel auf den Qualitätstest bei seinen Produkten. Kuchen, Brötchen, Kekse gab es früher bei Werner Raddatz aus Gröditz jeden Morgen– alles nebenbei, nichts in Ruhe. Dazu Kaffee. Bis zu einen Liter am Tag. Sein Magen rebellierte. Als er sich vor drei Jahren auf den Geschäftsführerposten seiner Firma konzentrierte, zog Raddatz die Reißleine. „Das hält auf Dauer keiner durch. Jetzt habe ich wieder geregelte Arbeitszeiten und frühstücke selten unter 20 Minuten.“ Am liebsten tut er es im Kreis seiner Familie. Da kommt einige Gesellschaft zusammen. Raddatz und seine Frau haben fünf Kinder, die wiederum oft ihre Freunde einladen. Ruhig ist es daher selten am Frühstückstisch. Dafür gemütlich. Vom Küchenfenster aus hat die Familie einen Blick in den Garten, wo gerade ein Storchenpaar brütet. Eine Kerze kommt meistens auf den Tisch, dazu schlichtes, weißes Geschirr. „Ich genieße es, für diese Dinge Zeit zu haben.“

Auf seinem Teller mag es der Bäckermeister klassisch. Das doppelte Brötchen sollte möglichst noch so warm sein, dass die Butter leicht anschmilzt. Darauf streut sich Raddatz etwas Salz. Das reicht ihm. Marmelade gibt es nur ausnahmsweise. Und wenn, muss sie selbst gemacht sein. Vom Kaffee hat sich Raddatz im Übrigen getrennt. Jetzt trinkt er lieber Tee oder Kakao. „Ein bisschen fehlt mir der Kaffee schon“, räumt der Bäckermeister ein. Dafür freut sich sein Magen über einen ruhigen Tagesbeginn. 500 Mitarbeiter zu beschäftigen, ist im weiteren Verlauf noch stressig genug.

 

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Mittwoch, 17. Mai 2006