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Vom Hanfkorn zum Brot

Veröffentlicht in Presse

Wülknitzer Bäckermeister Heinz Bielig mit neuer Sorte, die der Gesundheit dienlich ist

von Thomas Riemer

 

"Sie haben keine Ahnung, wie viele Brotsorten es gibt", sagt Heinz Bielig aus Wülknitz. Erst zu Jahresbeginn setzte er mit seinem Gesundbrot eine völlig neue hinzu, die nachweislich den Cholesterinspiegel bei Menschen senkt. Jetzt bringt der "Erfinder" wieder etwas Neues auf den Markt - ein Hanfbrot. Es ist, was die Zusammensetzung anbelangt, sehr stark an das Gesundbrot angelehnt. Und doch ist der Zusatz von Hanf und Nüssen wohl eine Mischung, an die man sich erst gewöhnen muss. "Hanf ist im Kommen", sagt der Tüftler Bielig, der viel Zeit trotz Ruhestand in seine "Erfindungen" verwendet. Studien hätten ergeben, dass darin sehr viele Fettsäuren, darunter die doch selten vorkommende Gamma-Linolensäure, enthalten ist. Sie stärke beim Menschen das Immunsystem und wirke obendrein verdauungsfördernd, hat die Wissenschaft herausgefunden. Außerdem wurden Spuren von Selen gefunden, wichtig für die Krebsbekämpfung. Dank mehrerer wichtiger Vitamine werden ferner Muskelfasern aufgebaut und erhalten sowie eine störungsfreie Funktion des Muskelgewebes unterstützt.
Wussten Sie, dass Hanf eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit ist? Die bis zu vier Meter hohe Pflanze wird dennoch erst seit 1996 wieder in Deutschland angebaut. Zur Lebensmittelherstellung wird das Hanfkorn verwendet, bei dem es sich - aus botanischer Sicht - um eine Nuss handelt. Gebacken wird das Bieligsche Hanfbrot in der Gröditzer Bäckerei von Werner Raddatz, getreu nach der bis ins letzte Detail ausgeklügelten Technologie des Schöpfers. Die Hanfkörner kommen aus einheimischem Anbau. Verkaufsstart für das Brot ist in dieser Woche.
Übrigens: Allen Unkenrufen zum Trotz, dass Hanf an dieser oder jener Stelle dem Menschen nicht nur zuträglich ist, sei gesagt, dass im Bielig-Hanfbrot ausschließlich die guten Seiten der edlen Pflanze genutzt werden. Einen Vollrausch nach dem Genuss braucht also niemand zu befürchten. Erste Kostproben können das nur bestätigen. Und wer jetzt noch immer argwöhnisch ist, dem sei gesagt, dass Hanf vom Anbau bis zur richtigen Verarbeitung umweltfreundlich ist, der Anbau sogar von der EU gefördert wird. Das alles und noch viel mehr können Sie auch im Internet erfahren - unter der vielversprechenden Adresse www.hanf-dampf.de. Schichtleiter Jörg Berger zeigt in der Gröditzer Bäckerei Raddatz den frisch gekneteten Hanfbrot-Teig und rechts den noch unverarbeiteten Hanf.

 

Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Mittwoch, 2. August 2000

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